Kurz nach unserem Einzug im Juli 2011 machte ich mich daran, tgl. den LWP-Strom-Verbrauch zu kontrollieren.
Völlig ahnungslos, den Verbrauch und die genaue Funktionsweise betreffend, stellte ich fest, dass auf 12 Monate hochgerechnet ein Verbrauch von ca. 3600 kWh (sprich rund 10kWh/Tag) alleine für die Warmwasserbereitung notwendig gewesen wären - das kam mir schon merkwürdig vor, waren doch die gesamten Heiz- und Warmwasserkosten in unserem alten Haus gerade mal doppelt so hoch gewesen Erschwerend kam hinzu, dass sich meine Mädels ziemlich oft über zu kaltes Wasser beschwerten.
Der Heizungsbauer, der eine notdürftige Einweisung vorgenommen hatte, war schnell zur Stelle und stellte nur fest, dass alles einwandfrei funktionierte. Die Zirkulationspumpe wurde auf 7x24 Stunden Betrieb gestellt und die WW-Temperatur von 46 auf 50 Grad hochgesetzt. Das Wasser war nun zwar warm, aber die Stromzähler dreht jetzt (wen wundert´s) noch schneller.

… und so begann mein Weg in die Tiefen der Wärmepumpen-Thematik.
Rückwirkend betrachtet wäre es sinnvoll gewesen sich schon vor der Installation mit all diesen Themen zu beschäftigen, doch wer denkt schon daran bzw. hat während eines Hausbaus auch noch Zeit sich um dieses Themen intensiv zu kümmern.

Sicherlich wird es den Leser nicht wundern, dass auch zu Beginn der ersten Heizperiode mein Haus zwar irgendwie warm wurde, aber der Blick auf den Stromzähler alles andere als erfreulich war.

Nachstehend ein Blick auf die zwischen Juli 2011 und Februar 2012 aufgekommenen Fragen und Probleme:
Bei allem Rund um das Thema Heizen und Warmwasser musste ich lernen, dass Dinge viel Zeit brauchen und (solange man nicht friert) Heizungsbauer und Hersteller Diese sich auch nehmen.
Nebenbei hat man leider auch mit nicht beeinflussbaren Parametern, wie dem Wetter zu tun. Hierdurch ziehen sich Einstellungen und Optimierungen in die Länge  – sprich Heizungseinstellungen und Optimierungen gehen halt erst bei dauerhaften Temperaturen unter 5 Grad oder wenn man glaubt auf dem richtigen Weg zu sein, merkt man tags darauf, dass die angenehme Wärme vielleicht doch an der Sonneneinstrahlung gelegen haben könnte.
Somit ging schon rund ein halbes Jahr ins Land bis 95% der Themen aus meiner Sicht zumindest behoben werden.

Juli 2011 – Oktober 2011
Warum wird das Wasser nicht richtig warm bzw. warum kommt an den Zapfstellen kein warmes Wasser an und warum Verbrauche ich dafür auch noch bis zu 10KWh/Tag?

Oktober 2011 – Dezember 2011
Wie bekomme ich die richtige Temperatur in den Räumen?

November 2011 – Februar 2012
Warum springt meine Heizung tgl. bis zu 30mal an und heizt dann immer nur für 20 Minuten?

Januar 2012 – März 2012
Aufbau eines Daten- und Verbrauchsloggings auf Basis der openv/Optolinkk-Schnittstelle

Juli 2011 – August 2013
Wenn es draußen wärmer wird, erhalte ich sporadisch bei der Warmwasser Bereitung die Meldung 07

Fazit an dieser Stelle wäre also, dass mich 5 Fragen ein halbes Jahr beschäftigt haben
(DURCH DEN HEIZUNGS-FACHBETRIEB)

Nachstehende Darstellung soll keine Verallgemeinerung beim Vorgehen von Heizungsfachbetrieben sein, allerdings ist das Web voll von Leidensgenossen, denen es wie mir ergangen ist:
Mein Heizi hat die Anlage nach bestem Wissen und Viessmann-Handbuch geplant und gebaut. Ein Jahr nach den ganzen Problemen kann ich auch sagen, dass ich in allen Punkten (also Warmwasser, Heizen und Kosten) rundum zufrieden bin. Mit dem heutigen Wissen würde ich allerdings folgende Einbauten überlegen:
• Installation von Raumthermostat (ERR), denn die sind heute alle deaktiviert (gesetzlich wohl aber vorgeschrieben)
• Ein 200l Pufferspeicher, denn der nimmt bei Fußbodenheizung wohl nur Platz im Keller weg und verbraucht darüber hinaus noch ein paar Prozent an Energie (für den reinen Laien, der die Heizkreise aber via ERR alle ausschalten kann ist dieser wiederum notwendig). Natürlich würde durch dessen Wegfall auch eine weitere Pumpe (SKP) wegfallen, die Anschaffungs- und Verbrauchskosten reduzieren würde.

Was das Thema Einstellung angeht, habe ich Verständnis für die Heizungsbetrieb, die die Anlagen großzügig einstellen, damit die Kundschaft nicht friert, aber zumindest bei meiner Firma hatte ich schon das Gefühl, dass sich dort niemand mit der Materie beschäftigt hat bzw. mit dem Thema Optimierung beschäftigen wollte.

Die Eckdaten der Grundeinstellungen (in Bezug auf die Parameter, die ich ändern musste) waren somit:
• Heizstab Aktivierung für Warmwasser und Heizung ab einer Außentemperatur von plus 5 Grad
• Nachtabsenkung von 22:00 – 5:00 um 3 Grad
• Die Temperatur der Räume sollten über die Raumregler geregelt werden.
• Beide Sekundär-Kreis Pumpen sind auf Maximum (Stufe III) gestellt
• Die Heizkreispumpe war auf Automatik gestellt.
• Warmwasserbereitung 7x24h
• Warmwassertemperatur 50Grad
• Das Pufferprogramm ist auf „OBEN“ eingestellt  (Auswirkung – die LWP heizt nur solange bis  der VL die SOLL-Temperatur hat – siehe Thema Taktung)
• Die Einstellung der Heizkurve musste natürlich erfolgen.
• Durchführung eines hydraulischen Abgleichs, denn wenn alle Heizkreise gleich weit geöffnet sind, fließt das Wasser in kurzen Kreisläufen (bspw. WC) schneller als in Langen (WZ). Somit hat man hier mit unterschiedlichen Temperaturen zu kämpfen. 
Nachdem ich viele Stunden im Keller verbracht habe (die sicher Wertvoll in Bezug auf das Kennlernen der Anlage waren), reizte es mich immer mehr, die Parameter automatisiert zu erfassen, auszuwerten und auch online zu stellen.

Im Vergleich zu anderen Herstellern, hat Viessmann hierbei jedoch nicht die Endkunden im Fokus. Anders gesagt, gibt es (meines Wissens) nur ein teure Software/Hardware-Kombination, die eigentlich für den Heizungsfachbetrieb gedacht ist. Bei den Recherchen bin ich dann auf das Forum OPENV gestoßen. Hierüber habe ich dann sowohl den Adapter bezogen, als auch alle Software und Hinweise, um das Logging aufzubauen. Neben weiteren Erfahrungen hat das Logging noch für einige zusätzliche Informationen in Bezug auf weitere Optimierungen gesorgt!

Begonnen hatte ich mit einem alten, noch vorhandenen Notebook. Hierbei entstand dann die erste Anleitung zum Anlagenlogging VControld-Lite.

Hierbei war jedoch der Notebooklüfter sehr laut und der Stromverbrauch hoch. So kam ich zu Synologie USB Station 2,  deren Installation hier VControld mit der USB-Station 2 gut und nachvollziehbar beschrieben wurde.

Der nächste Evoluitonsschritt ist vollbracht und ich habe bereits im November 2013 auf den Raspberry PI umgestellt. Genauere Infos findet Ihr im Artikel Anlagen-Logging mit dem Raspberry PI
ALLER ANFANG IST SCHWER