Herrlicher Tag!!!
Wir schreiben den 13.4.2013 - nach einem endlos wirkenden Winter liege ich gerade das erste mal bei knapp 20 Grad im T-Shirt auf der Terrasse - genau die richtige Zeit, um mal wieder etwas zu den neusten Erkenntnissen zu meiner Vitocal zu verfassen.
Die Infos habe ich einmal mehr (indirekt) durch Gespräche mit Viessmann-Technikern zusammengetragen - An dieser Stelle auch gleich ein dickes Dankeschön an HAGGY!

Haggy hatte mit seiner pufferlosen Vitocal doch das ein oder andere Taktungs-Problem, bei dem ihm ein Viessmann-Techniker helfend unter die Arme gegriffen hat. Hierbei konnte er einige nützliche Infos aus „erster“ Hand erfahren:

Thema Spreizung:
   [...] im Heizbetrieb ist eine Spreizung von 7°K optimal. Zwischen 5 und 8°K sollte diese liegen.
    [...] Warmwasser sind's dann noch rund 5°K - was aber in Ordnung ist.

Thema Abtauung:
Die Frage war: „Wann taut die Anlage ab bzw. warum wird dies auch bei +12 Grad AT (war bei mir an Weihnachten so) durchgeführt?“
Antwort:
Die Anlage taut in Abhängigkeit der Aussentemperatur und einer Sperrzeitraum ab.
D.h. wenn der Primärrücklauf (also Abluft) unter 0° C liegt, herrscht Eisgefahr und die Abtauung ist         freigegeben - je tiefer die Temperatur sinkt, umso seltener wird abgetaut, weil kalte Luft weniger Wasser speichert - also auch weniger Eis. Wenn mann sozusagen  morgens am Auto Scheiben kratzen muss, herrscht auch an der Vito Eisgefahr - wenns's kälter wird, weniger.
Die Abtauhystere beträgt normalerweise 6°K - also ab 6°C Zulufttemperatur (und damit > 0° C Abluft) wird normalerweise nicht enteist - es sei denn, es ist grade so auf der Kippe und der Zeitraum für die Abtausperre abgelaufen.
Warum die aber bei 12° C abtaut, weiss ich damit auch nicht, könnte höchstens sein, dass deine Zulufttemperatur eben keine 12 sondern gerade mal so 6 hatte.

Thema Optimale Laufzeit/Einschaltungen:
Die Frage, die mich nun seit der ersten Einschaltung umtreibt und die auch im Haustechnikdialog immer mal wieder hin und her diskutiert wird. Hier die Antwort eines Profis:

Antwort:
Die Ideale Laufzeit pro Einschaltung liegt zw. 45min und 1h. Dies ist jedoch ohne Puffer kaum zu schaffen, und mit Puffer dann nur mit großem Puffer (oder entsprechend großer Puffer-Hysterese).

Hab dann noch gefragt, ob häufiges Einschalten auf die Lebensdauer geht - meinte er "aus der Erfahrung nicht", er habe noch keine Vito gewartet, die deswegen ausgefallen wäre - höchstens mal ein Schütz oder ne Sicherung, die dann mal altersschwach wird, aber das sind vergleichsweise Kleinigkeiten. 15 oder 20 mal Einschalten am Tag ist also laut Viessmann kein Problem - jedenfalls nicht schlimmer als ewig lange Laufzeiten. Denn lange Laufzeiten bedeuten auch höheren Druck, was letztenendes dann mehr physikalische Belastung der Bauteile ist, also oft an/aus.
ALLER ANFANG IST SCHWER
14.04.2013